Patientenhotels - eine Zukunftsoption für den mittelständischen Hotelier?

Patientenhotels liegen im Trend. Warum ist das so? Seit der letzten Gesundheitsreform haben sich im deutschen Gesundheitswesen, heute spricht man auch von der Gesundheitswirtschaft, einige Dinge verändert. Die Unternehmen des Gesundheitswesens sind gefordert, ihre operativen Bereiche wirtschaftlicher zu führen, da die Bugets gedeckelt wurden und das DRG System eingeführt worden ist. DRG bedeutet in ganz einfachen Worten, für ein bestimmtes Krnakheitsbild gibt es einen bestimmten Betrag von den Krankenkassen, unabhängig davon, wie lange der Patient in der Klinik verweilt.

Weiterhin entwickeln sich Gesundheitszentren. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei diesen Zentren um die großen Universitätskliniken sowie um einige Spezialkliniken handelt. Auch gibt es eine Zentrenbildung für bestimmte Krankheitsbilder. Dies hat zur Folge, dass die Patienten einen längeren Anreiseweg haben und somit eine Übernachtung in Anspruch nehmen.

Ebenso kristallisiert sich heraus, dass immer mehr Kliniken sich der ambulanten Versorgung öffnen. Somit bieten sich für die Kliniken, im Zusammenhang mit einem Patientenhotel interessante Perspektiven auch in Hinsicht auf einzelvertragliche Vereinbarungen mit Krankenkassen.

Nun könnten Sie als Hotelier sagen, kein problem, mein Hotel liegt in der Nähe einer Klinik, also treffe ich eine Vereinbarung mit dieser Klinik. Leider ist es nicht so einfach. Das Patientenhotel steht immer auf dem Gelände einer Klinik oder ist in Teilbereichen eines Gebäudes auf dem Klinikgelände untergebracht. Die Patienten, die in solch einem Patientenhotel untergebracht werden, sind so genannte Low-Care-Patienten. Eine genaue Definition können wir Ihnen nicht geben, aber die Patienten sollen gehfähig sein und es bedarf nur noch geringer Pflege durch geschulte Kräfte.

Innerhalb des Patientenhotels bleiben die Patienten in der Verantwortung der jeweiligen Ärzte, was bei einem Betreibervertrag unbedingt geklärt sein muss. Die Kliniken nutzen die Patientenhotels zur internen Kostensenkung und zur Erhöhung des Komforts für ihre Kunden aus Marketinggründen. Für die Kostenträger gilt die Argumentation, wenn es nicht teurer wird und es unseren Mitgliedern besser geht, stehen wir hinter diesem Produkt.

Das Patientenhotel bringt also Hotelleistung und medizinische Leistung zusammen. Die Betreibung eines solchen Hotels wird auf der Basis verschiedener Betreiber- und Managementmodelle funktionieren, wobei davon auszugehen ist, dass es eher Betreibergesellschaften geben wird, die beide Partner mit einbinden. Die Größe der Hotels variiert von 20 bis 150 Zimmern und von integrierten Hotelbereichen bis hin zu eigenständigen Hotelbauten an den großen Standorten.

Die Patientenhotels, die neu gebaut werden, werden privat finanziert, nicht durch die Kliniken.

Patientenhotels - eine Zukunftsoption für mittelständische Hoteliers aber auch für die große Gruppe der Caterer, die schon im Care Catering tätig sind. In den nächsten ein bis zwei Jahren wird der Kuchen verteilt.