Personalmanager bestätigen die wachsende Bedeutung von Coaching

Besonders interessant ist dabei, dass Böning-Consult bereits 1989 und 1998 Studien durchgeführt hat, so dass die aktuell veröffentlichen Erhebungen auch unter dem Gesichtspunkt von langfristigen Entwicklungen eingeordnet werden konnten.

Ein erfreuliches Ergebnis für alle Interessierten dürfte dabei sein, dass nicht nur 84 % der Personalmanager bestätigen, dass die Nutzung von Coaching in den letzten fünf Jahren gewachsen ist, sondern dass sogar 88 % von ihnen angeben, dass Coaching in den nächsten fünf Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird. Damit schätzen die Personalmanager die Zukunft des Coachings positiver ein als die Coachs selbst, die "nur" zu 84 % von einer zunehmenden Bedeutung von Coaching ausgehen.

Weniger erfreulich ist hingegen die Begriffsvielfalt im Markt. Böning & Fritschle (2005, S. 18) listen hier eine Vielzahl von "exotischen" Begriffen auf, die das Label Coaching zu nutzen versuchen. Unter anderem tauchen Begriffspaare wie "Flugangst-Coaching", "Cancer-Coaching", "Eltern-Coaching", "Haudegen-Coaching", "Dance-Coaching" oder "Astrologie-Coaching" auf.

Entgegen dieser ungenauen Begriffsverwendungen gewinnt die Definition von Coaching am Markt durchaus an Profil und die Antworten der befragten Coachs und Personalentwickler weisen hier große Ähnlichkeiten auf, sind allerdings von unterschiedlichen Perspektiven geprägt. "Coaches betonen bei ihrem Coaching Verständnis eher das Lösen von Problemen, Personalmanager sprechen eindeutig mehr über die Entwicklung von Führungskräftenbzw. ihrer Potenziale. Über eines ist man sich allerdings in beiden Gruppen einig, Coaching bedeutet vor allem entwicklen, unterstützen, begleiten, ein Feedback geben" (Böning & Fritschle, 2005 S. 49-50).

Auch in Bezug auf die Frage, welchen Nutzen Coaching erbringt, sind die Ergebnisse der Untersuchung deutlich. Gefragt nach dem Nutzen für den Gecoachten, weisen 72 % der Personalmanager dem Coaching einen hohen Erfolg aus, 21 % immerhin noch einen mittleren Erfolg. Der Nutzen für das Unternehmen des Gecoachten wird mit 57 % (hoch) bzw. 34 % (mittel) eingeschätzt. Keiner der Befragten sprach von einem geringen oder gar keinen Erfolg.

Diese Daten passen zu einer Untersuchung der Unternehmensberatung Heidrick & Struggles (2004, Wirtschaftswoche 18, S. 140), in der über 89 % der befragten Führungskräfte - sie hatten alle ein Coaching in Anspruch genommen - dem Coaching bescheinigten, ein sinnvolles Persönlichkeitsentwicklungsinstrument zu sein. Insgesamt gesehen erklären diese Ergebnisse, warum dem Coaching trotz der teilweise unklaren Begriffsverwendung eine wachsende Nachfrage in Aussicht gestellt wird.

Fazit: Die Untersuchungen von Böning-Consult zeigen - auch im Einklang mit anderen Daten - , dass Coaching in den letzten 15 Jahren an Bedeutung und Nutzen gewonnen hat. Auch die Zukunftsaussichten sind sind positiv. Dabei handelt es sich nicht um die Selbstbeweihräucherung der Coachs, sondern um Angaben der Personalmanager bedeutender Unternehmen. Gleichzeitig machen die Ausführungen von Böning & Fritschle deutlich, wo eine weitere Professionalisierung des Coachings notwendig ist.